„Ein Universum voller Möglichkeiten – Smarte Anwendungen über LTE450“ – mit Jörg Brunk

Die Digi-Talks mit Jörg Brunk.

Heute im Interview: Jörg Brunk, Geschäftsführer der DigiComm.

Zwei Monate hat Jörg Brunk mit profilierten Akteuren Interviews rund um das Thema LTE450 geführt und an dieser Stelle veröffentlicht. Heute stellt er sich selbst den Fragen der Community. Aufgezeichnet von Wolfgang Seidl, Fachjournalist für Digitalisierung.

Herr Brunk, bevor wir auf die praktischen Aspekte bei der Implementierung von LTE450 zu sprechen kommen – was ist Ihr Fazit zum Ende der LTE450-Serie?

„Als passionierter Sportler weiß ich: Am Ende der Tour de France gewinnt nicht der beste Fahrer, sondern das beste Team. Und diesen Spirit spüre ich auch im LTE450 Ecosystem. Alle verfolgen dasselbe Ziel: Möglichst schnell möglichst vielen Betreibern kritischer Infrastrukturen die Implementierung von LTE450 zu ermöglichen.“

 

Ist das Thema „ausfallsichere Kommunikation“ denn nach zwei Monaten regelmäßiger Blogs wirklich auserzählt?

Ja und nein. Wir haben überaus positives Feedback von allen Seiten bekommen und Dr. Giessing von der 450connect hat an dieser Stelle ja berichtet, wie zügig der Aufbau erfolgt. Man könnte sagen, wir stehen gut da. Aber, und das ist die andere Seite der Medaille, die Notwendigkeit einer sicheren Kommunikationstechnologie wird leider aktuell immer deutlicher. Die jüngste Sabotage am GSM-R Zugfunk beispielsweise hat deutlich gezeigt, dass schon ein verhältnismäßig kleiner Eingriff gravierende Folgen haben kann.

 Resiliente Kommunikationsnetze liegen daher in unser aller Interesse. Das gilt natürlich ganz besonders bei kritischen Infrastrukturen. LTE450 bildet deren Anforderungen ideal ab. Aber natürlich stellen physische Risiken oder Cyberattacken grundsätzlich für jedes Unternehmen eine Bedrohung dar, das Daten überträgt. Ich komme aus der IT, dort hat das Thema seit jeher einen hohen Stellenwert. Bei DigiComm ist die Sicherheit der Datenübertragung im Leitbild fest verankert, unabhängig davon, ob es um die Anbindung von Ampelanlagen geht oder schwarzfallfeste Fernwirktechnik.“   

 

Sie sprechen von smarten Anwendungen über LTE450. Welche könnten das sein, und was brauche ich dafür?

LTE450 bietet ein ganzes Universum voller Möglichkeiten für intelligente Applikationen, auch was die Anbindung angeht. Dieses Potenzial kann man auch schrittweise erschließen. Mit der richtigen Hardware bin ich flexibel bei der Nutzung der unterschiedlichen Netze. Das bedeutet, dass ich sukzessive zu LTE450 migrieren kann. Mit dem DSR-211-450 beispielsweise können entlegene Anlagen in unterversorgten Regionen zunächst mittels LTE-M oder NB-IoT angebunden werden. Sobald das neue Frequenzband vor Ort verfügbar ist, kann dieses für die Datenübertragung genutzt werden. Da die Umstellung keinen Tausch der Hardware erfordert, kann der Wechsel besonders schnell und wirtschaftlich erfolgen und – ein großer Vorteil – die Prozesse stehen dann bereits.

Aber auch nach der Migration sollte das Prinzip „Sowohl, als auch“ statt „entweder, oder“ lauten. Warum nicht Netze kombinieren, wenn die Technik es zulässt? So kann, mit dem DSR-225-D, dem LTE/LTE450 Dual-Router, der Regelverkehr über LTE und/oder DSL laufen, der kritische Datenverkehr oder bei Netzstörungen über LTE450. Je nach Anwendungsfall kann die Umschaltung aus dem Standby-Modus erfolgen. Das Smart Roaming über unsere LTE450-Router ist ein schönes Beispiel für die angesprochenen intelligenten Lösungen. Dabei wird die Signalstärke permanent überwacht und bei Abweichungen vom Soll-Wert automatisch in das LTE450-Netz umgeschaltet. Ich bin überzeugt, dass wir in den nächsten Jahren eine zunehmende Automatisierung an den Endpunkten durch „smarte“ Lösungen sehen werden.“

 

Die Migration zu LTE450 ist logischerweise mit Investitionen verbunden. Wie können Unternehmen den Aufwand begrenzen?

„Grundsätzlich müssen Interoperabilität, Skalierbarkeit und Migrationsfähigkeit einer Lösung im Vorfeld abgeklopft werden, um die Zukunftssicherheit der Investitionen zu gewährleisten. Perspektivisch wird es wahrscheinlich zudem möglich sein, über alternative Finanzierungsmodelle die Investitionskosten in die Betriebskosten zu verlagern. Und: Overengineering ist unbedingt zu vermeiden. Gefragt sind technologisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen. Im Fall von LTE450 heißt das unter anderem, dass ich die ausfallsichere Notfalltelefonie auch über eine bereits vorhandene Standardtelefonanlage realisieren kann. Wir haben entwickeln dafür gerade in enger Abstimmung mit der 450Connect eine Lösung, mit der die Umrüstung zügig und bei vergleichsweise geringen Kosten erfolgen kann, ohne jegliche Einbußen bei der Funktionalität. Ganz im Gegenteil: Wer in der Krise mit seinem vertrauten Telefon arbeiten kann und sich nicht erst an ein anderes „Notfalltelefon“ gewöhnen muss, kann schneller agieren. Wenn buchstäblich jede Sekunde zählt, kann das den entscheidenden Unterschied machen.“

 

Herr Brunk, die Serie zu LTE450 endet vorerst mit der heutigen Folge. Kann sich die DigiComm-Community auf eine weitere Staffel mit interessanten Gesprächspartnern zu spannenden Themen freuen?

„Kein Spoiler, aber so viel kann ich sagen: Die Themen werden uns so schnell nicht ausgehen. Ob Industrial-IoT, Smart Cities oder Digitalisierung der Energiewende – ohne durchgängige Connectivity lassen sich die großen Herausforderungen der Zukunft nicht bewältigen. Wenn wir dazu einen kleinen Beitrag leisten können, werden wir und unsere Partner sicher gerne darüber sprechen. Ansonsten laden wir alle Interessierten gerne ein, in unseren regelmäßigen Webinaren tiefer in die Materie einzutauchen.“

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